Kleines Weinglossar

Der Rote Hang bei Nierstein und einzige Steillage im Anbaugebiet Rheinhessen.
Der Rote Hang bei Nierstein und einzige Steillage im Anbaugebiet Rheinhessen.

Ein kleines Glossar über Rebsorten, Eigenart der Weinbaugebiete und sonstiges Wissenswerte zum Wein.

Besenwirtschaft

Eine Besenwirtschaft oder auch Straußwirtschaft ist ein von Winzern und Weinbauern saisonal geöffneter Gastbetrieb, in dem sie zu bestimmten Zeiten ihren selbsterzeugten Wein direkt vermarkten. Es dürfen nur einfache warme und kalte Speisen angeboten werden. Die Besenwirtschaft fällt nicht unter den Begriff des Gewerbes und ist daher erlaubnis- und abgabenfrei. 

Blauer Portugieser

Aus der Weinsorte wird meist ein einfacher robinroter Wein gekeltert, der sich durch eine frische Säure und einen leichten Körper im Geschmack auszeichnet. Häufig wird er auch als Rosé (Weißherbst) ausgebaut. Der Wein gilt als angenehm süffig, frisch und vollmundig. Erpasst zu leichten Speisen.

Cabernet Sauvignon

Die Sorte zählt zu den bekanntesten Rebsorten der Welt. Seine Trauben enthalten besonders viele Kerne, Farbstoffe und Tannine, wodurch der Wein eine tiefdunkle Farbe erhält. Die Weine des Cabernet Sauvignon haben großen Charakter und besitzen den typischen Geschmack von Schwarzen Johannisbeeren (Cassis) und ein Aroma von grüner Paprika. Als Begleiter zum Menü eignet sich der Cabernet Sauvignon hervorragend zu gebratenem Rind- und Lammfleisch mit dunklen Saucen.

Chardonnay

Die internationale Erfolgssorte gewinnt auch in Deutschland an Boden. Wie viele andere alte Rebsorten hat auch der Chardonnay seinen Ursprung in Vorderasien. In Deutschland erfolgte die Zulassung im Jahr 1991. Die meisten Weine werden trocken ausgebaut. Der Duft von Melonen, exotischen Früchten, überreifen Stachelbeeren oder auch nicht ganz reifen Äpfeln ist typisch für den Chardonnay. Leichte, junge Weine begleiten gut Fisch und Meeresfrüchte, kräftige oder holzbetonte Weine passen zu Gebratenem ebenso wie zu herzhaftem Käse.

Cuvée

Im deutschsprachigen Raum wird darunter der Verschnitt aus verschiedenen Rebsorten, Jahrgängen oder Lagen verstanden.

Domina

Die Rebsorte Domina ist eine Kreuzung aus dem Blauen Portugieser und dem Spätburgunder. Im Jahr 1927 entstand die Neuzüchtung durch Peter Morio. Die Farbe des qualitativ hochwertigen Weines ist dunkelrot. Er ist tannunbetont, hat einen kräftigen Körper und eine sehr fein rassige Säure. Seine Brombeer- und Kirscharomen sind feinfruchtig.

Dornfelder

Der Dornfelder hat Frucht, Gerbstoff und Wärme. Längst ist die Neuzüchtung von vor 50 Jahren zu einem deutschen Rotweinklassiker gereift und erfreut sich seit Jahren einer immensen Nachfrage. Die Sorte wird vornehmlich als trockener Rotwein ausgebaut. Es gibt zwei unterschiedliche Ausbaustile. Der Erste betont die intensiven Fruchtaromen, wie Sauerkirsche, Brombeere und Holunder und wird jung auf den Markt gebracht. Andere Winzer bauen den Dornfelder im großen oder kleinen Holzfass (Barrique) aus, betonen mehr die Gerbstoffe und Struktur des Weines und nehmen die Fruchtaromen zurück. Meist handelt es sich um gehaltvolle, geschmeidige und harmonische Weine. Unschwer ist der Dornfelder bereits an seiner tiefdunklen Farbe zu erkennen.

Franken

Der Bocksbeutel ist das Markenzeichen des Frankenweines. Das fränkische Weinland begrenzen die Rhön im Norden, der Steigerwald im Osten, das Taubertal im Süden und der Spessart im Westen. Besonders der Silvaner gedeiht optimal auf den Muschelkalk- und Keuperböden (Gips und Kalksandstein) und ist ein Aushängeschild fränkischer Weinmacherkunst.

Frei Gigante, Branco

Die strohgelbe Farbe, das frische Aroma mit Noten von Honig und tropischen Früchten und die moderate Säure kennzeichnen diesen trockenen Weißwein. Ideal als Beilage zu Fisch- und Fleischgerichten sowie zu mildem Käse.

Gutedel

Der Gutedel ist eine der ältesten Rebsorten überhaupt und war schon vor 5000 Jahren in Ägypten bekannt. Die Trauben haben einen geringen Säure- und Zuckergehalt.

Grauburgunder

Der Grauburgunder (Pinot Gris, Pinot Grigio oder Ruländer) ist eine Weißwein-Rebsorte. Obwohl die Haut der Beeren rötlich bis rot gefärbt ist, wird sie den weißen Sorten zugeordnet. Der Grauburgunder ist eine Mutation des Blauen Spätburgunders. Der Grauburgunder liefert säurearme, aber körper- und extraktreiche Weißweine mit einem in der Regel eher hohen Alkoholgehalt.

Kabinett, Spätlese, Beerenauslese

sind Prädikate für Qualitätsweine die heute im deutschsprachigen Raum für Weine mit einem bestimmten Mindest-Mostgewicht (gemessen in Grad Oechsle) verwendet wird. Die Kategorie Spätlese liegt über Kabinett und unterhalb der Beerenauslese.

Kerner

 

Der Kerner ist eine weiße Rebsorte. Zu Beginn sprach man vom weißen Herold, später wurde die Rebsorte mit Bezug auf den schwäbischen Dichter Justinus Kerner, der in Weinsberg gelebt hatte, in Kerner umbenannt. Ihre Weine ähneln dem Riesling, weshalb er auch als der kleine Bruder des Rieslings bezeichnet wird. Die Weine haben hohen Zuckergehalt, gute Säure manchmal einen leichten Muskatton. Die Sorte ist sicher eine der wertvollsten Neuzüchtungen und bringt an Silvaner-Standorten sehr rassige Weine hervor.

 

 

Lemberger

Der Blaufränkisch, auch Lemberger oder Blauer Limberger ist eine rote Rebsorte. Die Sorte liefert sehr dunkel gefärbte, gerbstoffreiche Weine mit nach Waldbeeren- oder Kirschfrucht geprägtem Bukett mit einer charakteristischen feinen Säure. Der Wein baut sich langsam aus, hat ein hohes Potenzial für längere Lagerung und erreicht als Altwein hohe Qualität. Ein sortenreiner Blaufränkisch ist ein hervorragender Begleiter zu Wildgerichten, stark mit Kräutern gewürzten Gemüsegerichten und Teigwaren sowie zu pikanten Käsesorten

Madeira

Madeira ist eine geschützte Bezeichnung für den Südwein von der zu Portugal zählenden Insel Madeira. Es handelt sich hierbei um einen aufgespriteten, d.h., mit Weinbrand angereicherten Wein. Der Alkoholgehalt beträgt je nach Sorte 17 bis 22 % Vol. Die klassische Canteiro-Methode, bei der der aufgespritete Jungmadeira im Holzfass unter dem Dach der Adega auf natürliche Weise dem karamelisierenden Effekt der Hitze ausgesetzt wird, ist heute aus wirtschaftlichen Gründen sehr selten geworden. Eine der letzten echten Canteiro Adegas ist ABSL, Artur de Barros e Sousa Ltd in Funchal. Nach den Regeln des Weininstitut von Madeira gelten folgende vier Rebsorten als edel, die gleichzeitig für einen bestimmten Stil stehen:

Sercial-säurebetont und trocken

Verdelho-halbtrocken

Boal-halbsüß

Malvasia-süß und üppig

 

Mosel

In der Region, der drei Flußtäler Mosel, Saar und Ruwer, liegt eine der ältesten römischen Städte Deutschlands, Trier (Augusta Treverorum), der älteste Weinort Deutschlands, Neumagen, mit dem römischen Neumagener Weinschiff sowie die älteste Mühle nördlich der Alpen, die Karlsmühle römischen Ursprungs bei Mertesdorf.

Die Region stellt das größte Steillagenweinbaugebiet der Welt und mit über 5.300 ha die größte Rieslinganbaufläche weltweit dar. In der Region wurden 2012 669.125 hl Wein produziert. Der steilste Weinberg der Welt ist der Bremmer Calmont mit einer Hangneigung von ca. 65 Grad. Vielfach dominiert noch die bereits seit römischer Zeit bekannte Einzelpfahlerziehung oder Moselpfahlerziehung, die aber auch im Steilhang nach und nach durch moderne Drahtanlagen ersetzt wird. Die Böden bestehen in der Weinregion Mosel aus Schiefer (Saar, Ruwer, Mittel- und Untermosel) und Muschelkalk (Obermosel).

Müller-Thurgau

Müller-Thurgau ist eine weiße Rebsorte. Sie wurde 1882 vom Schweizer Rebforscher Hermann Müller aus dem Kanton Thurgau gezüchtet. Trocken und halbtrocken ausgebaut wird die Sorte sehr häufig als "Rivaner" bezeichnet. Die Moste werden vorwiegend zu süffigen, eleganten Qualitätsweinen mit angenehmem Muskatton und milder Säure ausgebaut.

Muskat-Trollinger

Muskat-Trollingerist eine sehr spät reifende Rotwein-Rebsorte mit großen Beeren, die bereits 1836 erwähnt wurde. Sie wurde früher als Spielart oder Abkömmling angesehen. Der Muskat-Trollinger gilt aber heute als eigenständige Sorte und wird ebenso wie dieser hauptsächlich in Württemberg angebaut. Als Tafeltraube ist sie auch unter der Bezeichnung Muskat Hamburg bekannt und wird verbreitet angebaut. Ihren Namen verdankt die Rebe dem intensiven, aber unaufdringlichen Muskatbukett; mit dem Trollinger teilt sie die rubinrote Färbung und gute Bekömmlichkeit.

Pas de Deux

Das Rotweincuvée "Pas de Deux" ist ein genussvoller Tanz aus den Rebsorten Dornfelder und Cabernet Sauvignon. Er überzeugt mit Frucht, einem kräftigen Körper und einer runden Holznote im Barrique gereift.

Pfalz

Die Pfalz ist das zweitgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands und setzt sich aus den beiden Gebieten Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße und Südliche Weinstraße zusammen. Das Hauptaugenmerk der Winzer in dem vom Pfälzerwald begrenzten und durch ihn geschützten Anbaugebiet liegt auf klassischen Rebsorten, allen voran dem Riesling. Der König der Weißweine. Immer wichtiger werden die Rotweine. Als besondere pfälzische Erfolgsgeschichte gilt der Dornfelder. Der tiefdunkle Tropfen überzeugt, meist trocken ausgebaut, mit südländischer Anmut.

Pinotage

Pinotage ist eine rote Rebsorte, die durch Kreuzung von Cinsault und Spätburgunder (Pinot Noir) entstanden ist. Sie wird haupsächlich in Südafrika angebaut. Der Name entstand aus der ursprünglichen Bezeichnung von Perold's "Perold's Hermitage x Pinot ", der ab 1959 unter der Kurzform "Pinotage" vermerkt wurde. Die Rebsorte Cinsault wurde und wird noch heute in Südafrika gelegentlich Hermitage genannt, daher die Namensgebung. Pinotage ist frühreifend und sehr zuckerhaltig. er gedeiht am besten in heißen und trockenen Weinbergslagen. Üblicherweise wird Pinotage sortenrein gekeltert. Nicht zuletzt überzeugt der Pinotage durch seine samtige Struktur und das Aroma von roten Beeren.

Riesling

Spätreifende Weißweinrebe, die zu den besten Reben der Welt zählt. Die ersten Riesling-Reben sollen im Rheintal angebaut worden seien. Der Name der Reben stammt entweder von dem dunklen Rebenholz (Rußling), der rassigen Säure (Riß-ling) oder daher, daß bei leichtem Frühlingsfrost die Blüten zu rieseln beginnen. Die Farbe des Rießling ist grünlich bis goldgelb. Das Bukett erinnert an Aprikosen, Pfirsiche und Rosen. Rieslingreben liefern ausgewogene, säureverspielte, rassige sowie harmonische Weine.

Roséwein

Roséweine sind sehr hellfarbige Weine aus blauen oder roten Trauben, die wie Weißweine hergestellt werden. Die blauen Trauben werden unzerkleinert gekeltert, abgepresst und dann ohne Schalen vergoren.

Rotling

Ein Rotling  (Schillerwein) ist ein Wein, der aus einem Verschnitt von roten und weißen Trauben bereitet wird. Diese dürfen beim Verschnitt bereits eingemaischt sein, müssen aber zusammen gekeltert werden. Roséwein wird fälschlicherweise oft mit diesen gleichgesetzt. Der Rotling hat seinen Ursprung in Sachsen, wo er als Schieler bezeichnet wird. Dieser Begriff soll von den sächsischen "Fürstenschielern" (Fürstenschülern) stammen, die diesen Wein als Zechwein bevorzugten. In Franken wird oft Müller-Thurgau als Weißweinsorte verwendet.

Saale-Unstrut

Weinerlebnis in unberührter Natur

Zwei Flüsse geben diesem Anbaugebiet seinen Namen, denn die meist terrassenförmigen Weinberge liegen vor allem in den engen Flußtälern von Saale und Unstrut. Das Anbaugebiet ist das nördlichste Qualitätsweinanbaugebiet Deutschlands. Der ausgewogene Mix aus Sonne und Kühle sorgt für feingliedrige und spritzige Tropfen.

Die Rebhänge sind vorwiegend nach Süden gerichtet. In den Flußtälern bilden Wärmeinseln ein besonders mildes Microklima. Die Weinbauregion zählt zu den niederschlagsärmsten in Deutschland. Traditionell trocken angebaute Weine mit gebietstypischer, fein nuancierter Fruchtigkeit und Spritzigkeit sind das Markenzeichen des Gebietes.

Samtrot

Der Samtrot der in Württemberg entdeckt wurde ist eine Mutation des Schwarzriesling (Familie der Burgunder). Er liefert schwankende Erträge, ansonsten ähnelt er dem Spätburgunder. Die Farbe ist ziegelrot, die Aromen erinnern an Brombeere, Himbeere, Kirsche. Er hat eine feine Säure.

Sauvignon Blanc

Der Sauvignon Blanc ist eine Weißwein-Rebsorte mit ungewisser Herkunft, aber starker Verbreitung. Die Rebsorte hat so hohe Bedeutung erlangt und ist so begehrt, daß sie in die Nobilität der Weinwelt aufrückte und als Edelrebe bezeichnet wird. Der Sauvignon Blanc ergibt einen frischen Wein mit eigenwilligen, pikanten Johannisbeer- und Stachelbeeraromen, häufig auch "grünen" Noten (frischgemähtes Gras) und einen unnachahmlichen Mineralton mit einer unterstützenden Säurestruktur.

Scheurebe

Die Neuzüchtung Scheurebe gelang dem Rebenzüchter Georg Scheu im Jahr 1916. Es handelte sich dabei um seinen 88. Sämling einer Kreuzungsserie aus Riesling x Silvaner. Ehe der Verdienst des Züchters in der Sortenbezeichnung verewigt wurde, nannte man bis Ende 1945 die Neuzüchtung "Dr.-Wagner-Rebe", danach "S88" oder "Sämling". Das betonte Bukett der Rebsorte erinnert an Cassis, Pfirsich oder reife Birne. Weine der Scheurebe sind ideale Begleiter einer aromatisch-würzigen Küche, von der Vorspeise bis zum Dessert. Dem Duft der Scheurebe kann man sich schwer entziehen.

Schwarzriesling

Der Schwarzrieslingist eine rote Rebsorte, die mit der Weißweinrebe Riesling nur Wuchs und Form gemeinsam hat. Sie ist ein Mutant des Blauen Spätburgunders, der schon im 16. Jahrhundert bekannt war. Die Trauben liefern einen Wein mit rubin- bis ziegelroter Farbe und fruchtigem Aroma, der gern als Dämmerschoppen aber auch zu Fleischgerichten oder in Verbindung mit Käse getrunken wird.

Silvaner

Der Silvaner ist eine klassische deutsche Rebsorte. Die Vermutung, der Silvaner stamme aus dem rumänischen Transsylvanien, scheint nicht richtig zu sein, auch wenn der Name darauf schließen läßt. Dagegen spricht, daß die rebe den dortigen kalten Winter kaum überstehen würde. Nach Untersuchungen ist die Rebsorte eine Kreuzung zwischen Traminer und Östereichisch Weiß. Der Silvaner ist ein kräftiger "den Mund tapezierender" fruchtiger Wein.

Spätburgunder

Was der Riesling qualitativ für die Weißweine bedeutet, verkörpert der Spätburgunder oder Pinot Noir unter den Rotweinen: Weine für gehobene Ansprüche. Spätburgunder Weine schmecken vollmundig und samtig und haben ein fruchtiges Aroma mit Nuancen von Mandel. Der typische Spätburgunder hat einen leicht süßlichen Duft nach roten Früchten, von Erdbeere über Kirsche und Brombeere bis hin zur schwarzen Johannisbeere. Spätburgunder sind ideale Weine für die kühle Jahreszeit.

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terrain calcaire steht für den Boden, auf dem der Wein gewachsen ist; ein Muschelkalkboden, der mit dicken Steinbrocken gespickt ist und ihm ein intensives Bukett und viel Mineralität verleiht.

TERRAS DE LAVA, Branco

Das fruchtige frische Aroma und der ausgewogene Geschmack mit moderater Säure kennzeichnen diesen vorzüglichen Weißwein. Ideal zu Fisch- und Fleischplatten.

TERRAS DE LAVA, Rosé

Ein fruchtig kraftvoller Rosé von großer Frische und Leichtigkeit! Ideal zu Salaten und hellem Fleisch. Empfohlene Trinktemperatur 10° C bis 12°C.

TERRAS DE LAVA, Tinto

Seine bezeichnenden Eigenschaften sind die granatrote Farbe mit violetten Nuancen, das intensive Aroma reifer Waldbeeren mit einem Hauch von Schokolade und sein harmonischer anhaltender Geschmack.

Tresterbrand

Tresterbrand ist eine Spirituose, die aus vergorenem Traubentrester (Rückstände der Weinmaische, z.B. Stengel, Schalen, Kerne) destilliert wird. Während die Weinherstellung wesentlich älter ist, geht man davon aus, daß sich die Destille um 400 n. Chr. über den arabischen Raum meist zu medizinischen Zwecken ausgebreitet hat.

Trollinger

Der Trollinger, auch Blauer Trollinger, ist eine rote Rebsorte. Der Name ist vermutlich aus „Tirolinger“ entstanden, da die zugrunde liegende Traube die Südtiroler Rebsorte Vernatsch ist. Gute Trollingerweine sind rubinrot und werden aufgrund vergleichsweise hoher Säurewerte mit den Attributen „frisch“ und „saftig“ beschrieben. Trollinger-Weine werden fast nie als Prädikatsweine ausgebaut. Der Trollinger ist der Inbegriff des schwäbischen Vierteles-Weins - und damit Ausdruck einer bodenständigen Weinkultur im Württembergischen.

Weinanbau auf den Azoren

Die Weingärten auf den Azoren erfordern einen sehr aufwändigen Arbeitseinsatz und besondere Schutzmaßnahmen. Aufgrund der zeitweise starken Winde sowie zum Schutz vor dem Meersalz sind die Parzellen mit Mauern aus aufgeschichteten Lavasteinen umgeben. Erst in diesen besonderen Weingärten (Currais) können Rebstöcke einen Ertrag erzielen. Im Jahr 2004 wurden die Curais auf der Insel Pico von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Im 15. Jahrhundert brachte der Pater (Frei) Petro Gigante die ersten Verdelho-Reben auf die Insel Pico und begründete damit den Weinanbau auf den Azoren. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Weine der Azoren bis an den russischen Zarenhof geliefert. Für die Süßweine gibt es besondere Vorgaben. Die hierfür verwendeten Weine müsen mindestens 16% Alkohol erreichen und drei Jahre im Holzfass gereift sein. Die bekanntesteten Süßweine sind LAJIDO und ANGELICA.

Werderaner-Wachtelberg

Die Stadt Werder an der Havel mit ihrer Weinberglage "Wachtelberg" liegt nur 40 km westlich vom Zentrum der Hauptstadt Berlin. Seit 1991 gehört die Lage "Werderaner Wachtelberg" zum nördlichsten Weinanbaugebiet Saale-Unstrut und wurde bei der EU für die Produkton von Qualitätsweinen zugelassen. Es ist somit die nördlichste Einzellage, die für den Anbau von Qualitätswein in Europa registriert ist. Beim "Werderaner Wachtelberg" handelt es sich um eine Weinberglage, zwar jenseits der sogenennten "Polargrenze", bei der es durchaus möglich ist, hochwertige Qualitätsweine zu erzeugen. Besonders günstig ist der märkische Sandboden, der leicht erwärmbar ist.

Weißburgunder

Der Blaue Burgunder gilt als Urform der Burgunderweine. Beim Grauburgunder handelt es sich um eine helle Knospenmutation des blauen Spätburgunders, der Weißburgunder kann als Fortsetzung dieser Mutation über den Grauburgunder betrachtet werde. Nachweislich bekannt ist der Weißburgunder (Pinot Blanc) seit dem 14. Jahrhundert. Nicht übertrieben alkoholreich besitzt der Weißburgunder ein dezentes Aroma, das häufig an grüne Nüsse, Apfel, Birne, Quitte, Aprikose, Zitrusfrüchte oder frische Ananas erinnert. Mäßiger Körper und eine angenehm frische Säure zeichnen ihn als vielseitig verwendbaren Menüwein aus, aber auch als einen leichten sommerlichen Terrassenwein.

Württemberg - Ländle der Spezialitäten

Aus Württemberg stammen die meisten deutschen Rotweine. zwischen Tübingen im Süden und Bad Mergentheim im Norden liegen die schwäbischen Weinberge an den Hängen des Neckars und seiner zahlreichen Nebenflüsse. Typisch sind hellrote Trollinger, der kräftige Lemberger sowie der samtige Portugieser, der füllige Spätburgunder und der Schwarzriesling. Im Ländle gibt es Weine, denen man außerhalb von Württemberg kaum begegnet: z.B. den Samtrot oder den Muskat-Trollinger, eine urschwäbische Spezialität. Nicht etwa, daß die Württemberger zuwenig Wein erzeugen ... nein, sie trinken ihren Wein lieber selbst. Das zeigt auch der Pro-Kopf-Verbrauch: Er ist fast doppelt so hoch wie in anderen Bundesländern.

Zweigelt

Die rote Rebsorte wurde im Jahr 1922 von Dr. Fritz Zweigelt (1888-1964) aus den Sorten St. Laurent x Lemberger gekreuzt. Der Zweigelt ergibt körperreiche, ausdrucksvolle Rotweine.